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Wibbese um1900
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Wibbese 2005





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Wibbese war ursprünglich ein wendisches Rundlingsdorf.
Es gab Beziehungen zu den Grabower Gütern Obergut und Untergut. Die Bauern
Kofahl und Schulz hatten Leistungen an die Güter in Grabow zu erbringen.
1874 brach auf dem Hof von Kofahls ein Feuer
aus, das nicht gelöscht werden konnte. Wegen der engen Bauweise in einem Rundling
brannten 13 Gebäude (praktisch das ganze Dorf) nieder. Als
zerstört werden die Anwesen von Kofahl, Bischoff, Heuer, Stute, Stahlbohm
und Saurke genannt. Das Dorf wurde als gestrecktes Straßendorf wieder
aufgebaut. Das gesamte damals aufgebaute Anwesen von Kofahl existiert
heute noch in nahezu unverändertem Zustand.
Fotos von 2005 |
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Der Kofahlsche Hof umfasst 130 Morgen Acker, Wiesen und Wald und
eine Tongrube für die Ziegelei. Auf dem Foto zeigt Familie Kofahl ihre
Kies- und Tongrube. Einige ältere Kinder haben den Hof schon verlassen.
Die Mutter ist nicht auf dem Foto.
Einschub Oktober 2008: Das Foto stammt mit unklaren
Überlieferungen aus dem Nachlass der Kofahlschen Familie. Nach Recherchen
über die Ziegelei vermute ich, dass es aus dem Jahr der Inbetriebnahme
der Ziegelei 1907 stammt. Es ergibt Sinn anzunehmen, dass der junge Mann
im Anzug der Ziegeleigründer Carl Ehrenfort ist. (Weiteres dazu
Mützingen) |
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| Über die Familien Kofahl und Heuer in Wibbese ist für die zweite Hälfte
des 19. Jahrhunderts einiges überliefert, da sie in Schule, Kirche und
Gemeinde aktive Vorstandsposten inne hatten. Es gab eine Schule in Wibbese
mit Lehrerwohnung, Scheune und Stallungen. Lehrer hatten damals in der Regel
eine kleine Selbstversorger-Landwirtschaft. Johann Christopher Kofahl ist
für 1859 als Schulvorsteher genannt. |
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| Die außerhalb stehende Schule war bei dem Großfeuer "leider“ unversehrt geblieben. Das
Gebäude war sehr alt und marode. Schon 1857 hatte man einen Neubau
beschlossen, aber erst in den 70er Jahren kam es zu einer Teilrenovierung.
Als 1890 ein neuer Lehrer kam, der gerade die europaweit opferreiche
Grippe-Epidemie überstanden hatte, beklagte er in der Schulchronik wortreich
die Zustände. In einem Raum von 20 qm unterrichtete ein Lehrer 100 Kinder.
Im hohlen Fußboden lebten viele Generationen Mäuse, die den Schülern das
Frühstück aus den Schulranzen holten. Die Wohnung war schlecht zu heizen,
feucht, voller Schimmel und für die dreiköpfige Lehrerfamilie gab es einen
Schlafraum von 2m x 1,20m . (Wohl eine sogenannte "Butze", siehe
Foto). |
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1892 wurde endlich eine neue Schule gebaut. Dabei gab es einen Streit
zwischen dem damaligen Ortsvorsteher Johann Christopher Kofahl und dem
Lehrer, der von den Kirchen- und Schulvorstehern Heuer und Schulz unterstützt
wurde.
Die streitenden Kofahl und Heuer waren über ihre Familien eng verbunden.
Kofahl war verheiratet mit einer Tochter von Heuers. Vielleicht wurden da
Verwandtschaftsstreitigkeiten ausgetragen. Trotz manchem Streit und Hader
musste man sich wieder zusammenraufen, wovon auch eine weitere überlieferte
Anekdote vom Bauern Heuer zeugt:
Die Wibbeser Bauern hatten sich mal "bei einer Tonne
Bier" verschworen, dem Küster kein Pferd mehr zu leihen. Damals waren Lehrer,
Pfarrer und Küster sehr auf die Hilfe der Bauern angewiesen, denn sie
hatten nur sehr geringes Einkommen. Es wird berichtet, dass der Bauer Heuer
als erster den Schwur brach mit den Worten: "Un wenn ick de Tunn Bier
allein schall betahlen, ick spann wedder an vör Küster." Danach haben
die Anderen sich auch allmählich wieder beruhigt.
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Über den besagten Lehrer hat Prof. Notbohm bei seinen Studien
für die Grabow Chronik kürzlich einige Dokumente gefunden, die die
Episode in neuem Licht erscheinen lassen. Demnach war der Lehrer
wohl zumindest ein Querulant, der den Wibbeser Bauern bald
unerträglich wurde, so dass sie ihm kündigten. Er erhielt in Grabow
eine neue Stelle als Lehrer und zusätzlich die Post. Es gelang ihm
längere Zeit, die Grabower mit den Briefgebühren übers Ohr zu hauen.
(Immer mal 5 Pf mehr zu nehmen). Es gab ein Gerichtsverfahren und am
Ende musste er das Dorf verlassen und durfte es nie wieder betreten.
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Johann Christoph Kofahl und seine Frau Maria Katharina,
geborene Heuer hatten zwölf Kinder. Drei starben
bereits als Kleinkind, zwei davon innerhalb einer
Woche an Diphtherie. |
J |
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Familie Kofahl vor ihrem Hof im Jahr 1905.
Rechts Johann Christoph, der 1911 tödlich verunglückt. Den
Hof übernimmt Heinrich (auf dem Foto links). Die beiden
jüngsten Töchter Emma und Lina werden wir auf ihrem
weiteren Lebensweg begleiten. |
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Seite wurde 2005 erstellt) |
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