Aufgewachsen auf dem Land. Historische Aufnahmen und Geschichten über Damals im Wendland. Der Landkreis Lüchow Dannenberg als Beispiel für das Leben auf dem Lande im 20. Jahrhundert.



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Ab 1951 Bundesgrenzschutz

 


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In den ersten Jahren nach Kriegsende ist die Grüne Grenze zwischen den Besatzungszonen auf der sowjetischen Seite zwar von russischen Soldaten bewacht, aber in der freien Landschaft zwischen den Landkreisen Salzwedel und Lüchow-Dannenberg durchlässig. Mit der Entwicklung der weltpolitischen Lage zum Kalten Krieg zwischen Ost und West, wird die Bewachung nicht nur auf der Ostseite schärfer, sondern auch im Westen wird es für notwendig befunden, die "Demarkationslinie" militärisch zu kontrollieren. Dies wird im Westen 1951 zum Anlass genommen, der eigentlich entmilitarisierten Bundesrepublik eine neue quasi-militärische Einrichtung zuzugestehen. Es wird der Bundesgrenzschutz als eine vordergründig staatspolizeiliche Einrichtung gegründet, die sich aber stramm militärisch organisiert und 1956 dann auch die ersten 10.000 Mann für die Bundeswehr stellt.
Am 17. Mai 1950 heißt es: „Die Vereinigten Stabschefs sind der festen Überzeugung, dass aus militärischer Sicht die angemessene und frühe Wiederbewaffnung Westdeutschlands von grundlegender Bedeutung für die Verteidigung Westeuropas gegen die UdSSR ist.“

Foto: An der Grenze bei Harpe (Schnega).

 
Im Winter 1951/52 erhält die erste Einheit des BGS für den Grenzabschnitt zum Landkreis Salzwedel Unterkunft in einer Baracke in der Uefest bei Woltersdorf.  Von dieser Einheit unter Oberfeldwebel Heinz Denker stammen die Fotos.
Etwa zur selben Zeit wird Neu Tramm von den untergebrachten Flüchtlingen geräumt, um dort den Bundesgrenzschutz für den Grenzabschnitt im Bereich Lüchow-Dannenberg dauerhaft zu stationieren.

Foto: Die Gebäude und Sende- und Empfangsmasten der Uefest. Erkennbar die vom BGS genutzte Baracke.

 
"Vergattern der Wache" durch   Ofw. Denker vor der Baracke im Gelände der Uefest im April 1952.
 

Der VW-Cabrio ist das passende Einsatzfahrzeug auf den teils sandigen, teils matschigen Wegen in der Gartower Forst und der Dumme-Niederung.

Karten lesen ist in dieser unübersichtlichen und auf weiten Strecken siedlungsarmen Landschaft häufig notwendig.
 
Kameradschaft leben und endlich wieder eine Uniform tragen ist für die meisten, die schon in der Reichswehr gedient haben, entscheidende Motivation, beim neuen Bundesgrenzschutz zu sein.
 
Es wird viel und gern gesungen:
Drei Lilien, drei Lilien.
Mein Schlesierland.
Die blauen Dragoner.
Wir tragen den silbernen Adler am Rock.
Märkische Heide.

Foto: Kleine Übung.

 
Mit dem Einsatzfahrzeug auf unbefestigten Wegen.
 
Auf dem Weg zur Grenze bei Harpe.
 
Patrouillengang bei Harpe.
 

Beobachtungsposten gut getarnt im Kiefernbaum.

 
Auf der Gegenseite gibt es die ersten Wachtürme.

 

 

 

Bei Harpe.

 
Die Grenze ist noch kaum in der Landschaft erkennbar. Die kleine Straße von Harpe nach Dahrendorf ist lediglich durch einen Erdwall gesperrt.
 
Ab Thune bildet die Dumme, die hier in ihrem Quellgebiet nur ein kleiner Bach ist, die Grenze. Auf der "Ostseite" (hier eigentlich Süden) beginnen Waldarbeiter, einen Sichtstreifen entlang der Grenze von Gehölz freizulegen. Sie stehen unter Aufsicht von "Vopos", Volkspolizisten, im Westen allgemeiner Ausdruck für alle Uniformierten im Osten.
 

Blickkontakt mit zwei "Vopos" auf der anderen Seite des Sichtstreifens, der nun bald "Todesstreifen" heißen wird.
 
 
 

Das gepanzerte BGS-Fahrzeug (Geschützter Sonderwagen SW M 8 ?) verdeutlicht die militärische Ausrüstung, zu der auch mittlere Infanteriewaffen gehören.
Fotos: "Übung Wolf. 1953."
 

Erklimmen eines Aussichtsplatzes im Gelände der Uefest. 1953.

 
"Zöllner im Einsatz" heißt es zu diesem Foto im Album von Oberfeldwebel Heinz Denker, der 1956 zur neu gegründeten Bundeswehr wechselt und dort bei den Fallschirmjägern der Luftwaffe eine neue Aufgabe findet.
 
Gebäude in
Neu Tramm, wo der BGS bis 1974 untergebracht war.
 
   
 

In der Tour werfen wir jetzt einen Blick auf die andere Seite der Grenze und beobachten, wie die Bauern in der Lenzener Wische mit dem neuen Regime auskommen.  Auch dort geht das Leben weiter. Aber während manche sich auf die neue Ideologie einrichten, wollen andere sich nicht anpassen und sind

  zur Flucht entschlossen.

 

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