Aufgewachsen auf dem Land. Historische Aufnahmen und Geschichten über Damals im Wendland. Der Landkreis Lüchow Dannenberg als Beispiel für das Leben auf dem Lande im 20. Jahrhundert.



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Küsten im Wendland

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Küsten gehört zur Samtgemeinde Lüchow (Wendland). Samtgemeinde?? Was ist das nun wieder?
Das kann man den Nicht-Niedersachsen kaum erklären. Ein Versuch findet sich bei wikipedia.
Küsten liegt im Niederen Drawehn, der hier besonders nieder ist (22 m ü. NN). Die genauere naturräumliche Zuordnung ist bei dieser Höhenlinie der Übergang von der Jeetzelniederung zum Hügelland des Drawehn. Je nach Richtung, in der man den Ort verlässt, gelangt man in den sandig-trockenen Nienhofer Forst oder in die von vielen Gräben durchzogenen feuchteren Flächen mit kleinen Erhebungen im Einzugsbereich des Lübelner Mühlenbachs.
Die heutige Gemeinde Küsten umfasst die Dörfer (Ortsteile und Teilorte)
Belitz, Göttien, Gühlitz, Karmitz, Krummasel, Küsten,  Lübeln, Meuchefitz, Naulitz, Saggrian, Sallahn, Schwiepke,  Süthen, Tolstefanz, Tüschau, Nienhof, Olde-Mühle, Klein Witzeetze, Seerau im Drawehn.

Zusammen etwa 1480 Einwohner.

 
Küsten hat im Kern des Ortes die Andeutung eines Rundlings:

 


größer

Küsten hat wohl eine der schönsten Dorfplatz-Eichen.
Ein Prachtbaum.

 

 

 

 

Schon 1959 demonstrierte ein verliebtes Paar (vielleicht auch beide in die Eiche verliebt) den enormen Umfang des Stammes:

 


Ob der Baum für den Ortsnamen "Küsten" verantwortlich ist? Küsten liegt ja nicht an
Meeresküsten, sondern heißt wohl so, weil sich unter diesem Baum so viele küssten.

 

Natürlich war diese Eiche über Jahrzehnte ein beliebtes Ansichtskartenmotiv.

 


Auch dieses noch viel ältere Foto soll Küsten darstellen.
Die Gestalt der "1000-jährigen Eiche" stimmt verblüffend genau überein, die Gebäude weniger.

 

 
Der große Dorfplatz hat nur auf einer Seite die typische Rundlingsbebauung. Das übrige "Rund" bilden zu verschiedenen Zeiten errichtete Hof- und Wohngebäude in unterschiedlichem Stil und mit großzügigen Abständen.
 

 
 
 

 

Die alten Fachwerkgebäude wurden im traditionellen Stil renoviert und dabei auch die Inschriften kunstvoll wiederhergestellt.

 

 

Einige Beispiele folgen hier in lesbarer Größe:

 

 Sie können die Inschriften zum Lesen durchschieben.   1. Balken. 2. Balken  3. Balken.
 

"Der angrenzende Wald übernimmt eine wichtige Naherholungsfunktion." heißt es lapidar im Amtsdeutsch.
Tatsächlich grenzt Küsten an ein umfangreiches Waldgebiet, das seit vielen Generationen von Pilzsammlern durchstreift wird. Pilze waren eine willkommene Ergänzung für die Selbst-versorgung nicht so begüterter Familien.
 Foto 1964: Pilze sammeln im "Küstener Wald" (genauer: Nienhofer Forst).
 


Das Haus sieht nicht aus wie eine Molkerei. Foto undatiert.

 
Noch etwas von damals:


Wilhelm Witte, Sohn des Kaufmanns Witte aus Lüchow, heiratete in den 30er Jahren Gertrud Ebel aus Küsten. Im Ebelschen Hofgebäude bauten sie eine Filiale des Witte-Kaufhauses von Lüchow. Daraus wurde das "Kaufhaus Wilhelm Witte" in Küsten. (Siehe dazu auch frühere Kapitel
                                                                    
Lüchow.)


Foto von 1958: Wilhelm und Gertrud Witte bei der
800 Jahrfeier in Lüchow.

 

 

Das Kaufhaus W. Witte in Küsten in den 50er und in den 60er Jahren.
 

 

Das Kaufhaus Witte versorgte mit einer
"Filiale auf Rädern" 10 Dörfer im Umkreis von Küsten. Auf dem Foto von etwa 1960 Christel Schacht, die langjährige feste Mitarbeiterin.
Wann wurde der Laden aufgegeben?
Heute ist das Haus stilgerecht renoviert und zum reinen Wohnhaus umgebaut.
 

Der bis jetzt gezeigte alte Kern des Dorfes Küsten bildet nur einen kleinen Teil des großen Ortes. Küsten hat sich zu einer Wohngemeinde im Raum Lüchow entwickelt. Größere Neubaugebiete wurden erschlossen.

 

 
Küsten gehörte aber schon vor der gezielten regionalen Siedlungsplanung zu den großen Dörfern. Insbesondere entlang der Bundesstraße 493 (Lüchow-Uelzen), die den Ort durchquert, reihen sich große Höfe, alte und neue Gewerbebetriebe und Gasthäuser.

Weitere Fotos können Sie hier "durchklicken":

    

 

Die landwirtschaftlichen "Schwertransporte" häufen sich im Spätsommer und Herbst. In der einen Richtung werden Kartoffeln zur Stärkefabrik in Lüchow gebracht. Sie begegnen den Zuckerrübentransporten, die in der Gegenrichtung zur Zuckerfabrik in Uelzen unterwegs sind.
 

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